Quantified Reality

Claudius Schulze (D)

Wir sind derzeit Zeugen von zwei der größten Umwälzungen der Menschheitsgeschichte: Dem Klimawandel und dem Aufstieg der Künstlichen Intelligenz. Der Künstler und Forscher Claudius Schulze arbeitet bereits seit längerem mit dem Medium Fotografie und anderen bildgebenden Verfahren an der Darstellung dieser beiden abstrakten und komplexen Phänomene und versucht, diese besser greifbar zu machen.

Angetrieben wird Claudius Schulze in seiner Arbeit von dem Wunsch, die Welten hinter der Oberfläche des Alltäglichen zu finden und zu zeigen. Sein Werkzyklus Biosphere X dokumentiert Artensterben, zeigt die Entwicklung bionischer Roboter, protokolliert Tiere und ihr Verhalten, visualisiert urbane Rückzugsräume wilder Natur aus Sicht autonomer Maschinen und schafft neue Spezies mit einer eigenen künstlichen Intelligenz.

Heute sind bis zu 50 Prozent aller Tierarten vom Aussterben bedroht. Gleichzeitig skizzieren führende Entwickler*innen und Philosoph*innen bereits eine Bio- und Geotechnische Zukunft, in der Maschinen ein eigenes Bewusstsein entwickeln. Was wie getrennte Entwicklungen von Natur und IT aussehen mag, ist doch die Konsequenz der Handlungen der einen Spezies, die den Planeten dominiert: Dem Homo Sapiens

In seiner Arbeit Biosphere X führt Claudius Schulze diese beiden epocheprägenden Entwicklungen zusammen: Den Verlust an Biodiversität einerseits und die Erschaffung neuer Lebensformen durch Künstliche Intelligenz und Bionik andererseits. Könnten Miniatur-Drohnen bald zum Bestäuben von Nutzpflanzen eingesetzt werden, während gleichzeitig die Lebensgrundlage für Millionen Lebewesen verloren geht? Mittels großformatiger Fotografien, 3D-Scans, Animationen, Tierpräparaten, Mikroskop-Aufnahmen und einer eigenen Künstlichen Intelligenz fordert Claudius Schulze die Betrachter*innen auf, die Zukunft unserer Biosphäre zu reflektieren.

Der Vortrag findet in Form einer sog. Lecture Performance statt. Im Zuge dieser Performance zeigt der Künstler u.a. Fotografien, einen toten Vogel, spielt eine Schallplatte aus den 80ern der staatlich-bayrischen Naturerziehung mit Gesang von „heimischen Vögeln“ (die zu erheblichen Teilen mittlerweile hier ausgestorben sind) und lässt eine Vogeldrohne fliegen. Sein Ziel ist es, die Zusammenhänge von Artensterben, Klimawandel, Bionik und künstlicher Intelligenz in ein vielschichtiges Verhältnis zu setzen.

 


(c) Claudius Schulze
(c) Diane van der Marel

Claudius Schulze (1984) studierte Maschinenbau und Politikwissenschaften in Hamburg und hat einen Masterabschluss in Konfliktstudien (Sabanci University Istanbul) sowie in Dokumentarfotografie (University of the Arts London).
 Er arbeitet an der Schnittstelle von Kunst und Forschung und sein Interesse gilt dabei vor allem den Themen Natur und Technik sowie den Auswirkungen des Globalen Wandels.
 
Zusammen mit einem diversen Team aus Vermittler*innen, Ingenieur*innen und Programmierer*innen setzt er ortsspezifische Ausstellungen, Installationen und größere Vorhaben um.
 Seine Monografie »State of Nature« (Hartmann Books, 2017) untersucht die Auswirkungen des Klimawandel- und Naturkatastrophenschutzes auf die europäischen Landschaften. Die Arbeit wurde für den Prix Pictet nominiert und das Buch in die Endauswahl des LUMA Rencontres Dummy Book Award 2016 sowie Paris Photo Aperture PhotoBook Awards 2017 aufgenommen.


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