Circus erhält Arthur Zelger-Preis 2021

Das Innsbrucker Grafikdesignbüro Circus gewinnt den 2. Arthur Zelger-Preis für gute Gestaltung. Das ebenfalls mit 5000 Euro dotierte Stipendium teilen sich Stephanie Walter und Elisabeth Eiter. 

Esprit, Humor, intellektueller Tiefgang und eine klare Handschrift – mit diesen Eigenschaften überzeugte das Schaffen des Innsbrucker Büros für Kommunikation und Gestaltung Circus die sechsköpfige Jury des Arthur Zelger-Preises. Kulturlandesrätin Beate Palfrader überreichte am Mittwoch, 30.6. im Landhaus gemeinsam mit Zelgers Töchtern Nicola Schlachter-Zelger und Elisabeth Mittermayr, der Juryvorsitzenden Anita Kern, Tirol Werbung-Geschäftsführer Florian Phleps sowie Nicola Weber vom WEI SRAUM. Designforum Tirol und Kurt Höretzeder, der den Preis maßgeblich mitkonzipiert hat, die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung.

Bekannte Arbeiten von Circus sind neben dem seit 2003 in Zusammenarbeit mit Heidi Hackl gestalteten Quart Heft für Kultur Tirol unter anderem die Kampagne zur Ausstellung „Sehnsucht Heimat“, das charakteristische Logo für das Literaturhaus am Inn, die von den Anfängen bis heute andauernde Arbeit für die Tiroler Festspiele in Erl oder die Weiterentwicklung des visuellen Erscheinungsbildes für die Salzburger Festspiele und die Gründung sowie visuelle Ausstattung des Musiklabels Col Legno. Ein weiteres Beispiel wären die Kampagnen für renommierte Tiroler Unternehmen wie Zillertal Bier oder den Energieanbieter Gutmann.

„In vielen Arbeiten spielt Circus mit regionalen Klischees, die verfremdet und in einen neuen, oft ironischen Kontext gestellt werden. Dialekte, Alltagsgegenstände oder bekannte Bildsujets werden genüsslich zweckentfremdet und so auch zu zeitgemäßen, kritisch-ironischen Auseinandersetzungen mit Land und Leuten. Nicht die übergroße Werbekeule, sondern eine von Intelligenz, Witz und handwerklichem Können geprägte Kommunikation, die ihre Ideen oft aus dem Kontext von Kunst, Literatur und Musik schöpft, machten Circus in den letzten Jahrzehnten zu einem der prägendsten Gestaltungsbüros Tirols“, so die Jury.

Ab 28. September ist dem Büro Circus im WEI SRAUM. Designforum Tirol eine Ausstellung gewidmet.

Parallel zum Preis wurde auch das Arthur Zelger-Förderstipendium vergeben. Damit werden Abschlussarbeiten junger Designerinnen und Designer unterstützt, die aus Tirol stammen oder deren Arbeit in einem inhaltlichen Kontext zu Tirol steht. Es will damit Impulsgeber für innovative Design-, Forschungs- und Entwicklungsprojekte sein. In diesem Jahr hat die Jury das Stipendium geteilt. Stephanie Walters Diplomprojekt an der FH Vorarlberg widmet sich dem höchst relevanten Thema der lokalen Kommunikation zwischen Gemeinde und Bevölkerung. Einerseits beinhaltet das einen klassischen Corporate Design-Zugang, andererseits auch ein technisch innovatives Gadget, das die unmittelbare Weitergabe von wichtigen Informationen an Personen ermöglicht, die sich mit digitalen Medien weniger zurechtfinden – beispielsweise ältere Menschen. Elisabeth Eiter wurde mit ihrem Diplomprojekt an der Kunstuniversität Linz an die zweite Stelle gereiht. Mit der von Eiter entwickelten Freskotechnik auf einem Untergrund, der Sand des Pitztaler Gletschers enthält, können Wände grafisch oder malerisch gestaltet werden und zugleich wird mit dieser Technik die Luftfeuchtigkeit reguliert. 

Über den Arthur Zelger-Preis  

Die Vergabe des Arthur Zelger-Preises für gute Gestaltung erfolgt nach dem Kuratorinnenprinzip: Die Kandidatinnen werden von den Jurymitgliedern vorgeschlagen und die Preisträgerinnen in einer Jurysitzung ausgewählt. Die Jury setzt sich aus drei Sachjurorinnen und drei Fachjurorinnen zusammen. Die Sachjury besteht aus je einem Vertreter bzw. einer Vertreterin der Tirol Werbung, des Landes Tirol und den Nachkommen Arthur Zelgers. Die Fachjury besteht aus Expertinnen aus dem Bereich Design. Aktuell sind das die Wiener Designforscherin Anita Kern als Juryvorsitzende, Katrin Androschin (Expertin für strategisches Design und Markenkommunikation in Berlin/Innsbruck) und Andreas Koop (Informationsdesigner aus dem Allgäu).

Der Preis ist ebenso wie das Förderstipendium mit 5000 Euro dotiert und wird 2021 zum zweiten Mal vergeben. Die Vergabe erfolgt im Zweijahresrhythmus, das nächste Mal 2023.

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