Für sein neues Fotobuch »Cockaigne« besuchte Gregor Sailer märchenhafte Lebensmittelwälder in den Dürreregionen des Südens und exponierte Lebensmittelwüsten im eisigen Norden, Testanlagen für Mars- u. Mondmissionen, Hochsicherheits-Serverfarmen und Produktionsstätten für künstliches Fleisch, Algen-, Insekten-, Quallen-, unterirdische urbane und vertikale Farmen, riesige robotisierte Gewächshäuser und abgeriegelte Forschungsanlagen zur Viren- und Zellzucht. Gregor Sailers mit der analogen Fachkamera im Großformat aufgenommenen Bilder schaffen Zugang zu einer bunten Welt aus technoider Science-Fiction, Innovationen und Illusionen, surrealen Architekturen und künstlichen Hightech-Landschaften.
Dass die globale Bevölkerung in naher Zukunft aufgrund von Überbevölkerung und zunehmenden Klimakatastrophen in der Form wie wir sie kennen und weitgehend gewohnt sind, nicht mehr zu ernähren sein wird, ist längst bekannt. Indes entwickeln sich zunehmend relevantere Alternativen zur konventionellen Landwirtschaft und Fleischproduktion im hochdigitalisierten Nahrungsmittelsektor, die in dieser Serie beleuchtet werden.
Gregor Sailer wurde 1980 in Schwaz in Tirol geboren. In den Jahren 2002 bis 2007 absolvierte er sein Diplomstudium im Bereich Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie und Experimentalfilm an der Fachhochschule Dortmund. An dieser Institution schloss Sailer 2015 auch sein Masterstudium Photographic Studies ab. Die mehrfach ausgezeichneten Arbeiten Sailers wurden national und international in Einzel- sowie Gruppenausstellungen gezeigt, so unter anderem in New York, Arles, Paris, Mailand, Prag, Berlin, Wien und Budapest. Zahlreiche seiner Fotoserien wurden als Fotobücher publiziert, so erschienen zuletzt The Potemkin Village, Unseen Places und The Polar Silk Road im Kehrer Verlag. Der Künstler lebt und arbeitet in Tirol.
»Cockaigne« ist sein fünftes Buch im Kehrer Verlag und basiert auf einem mittelalterlichen, französischen Mythos vom Schlaraffenland. »The Land of Cockaigne« beschreibt ein utopisches Land, in dem es für alle Menschen alles im Überfluss gibt (vor allem Nahrung).
Unter dem gleichen Titel zeigt das Naturhistorische Museum Wien von 11. Februar bis 19. Juli 2026 eine Ausstellung seiner Fotoarbeiten.