Gesuchte und gefundene Typographie

Helmut Schmid (A, JP)

Design ohne Design – so beschreibt Helmut Schmid seine Arbeit. Denn es geht ihm um Design als Informationsträger, als Vermittler eines Inhaltes, hinter dem der Gestalter mit erkennbarer Haltung stehen muss. Die Dualität von Inhalt und Gestaltung begleitet bis heute maßgeblich die Arbeit dieses herausragenden Gestalters.

Prägend waren seine frühen Praxisjahre in der deutschen Bundespolitik: Zwischen 1973 und 1976 war der in Österreich geborene Typograph und gelernte Schriftsetzer Helmut Schmid für sämtliche Informationsdrucksachen verantwortlich, die das Kanzleramt unter der sozialdemokratischen Regierung Willy Brandt und Helmut Schmidt hervorbrachte. „Es war Arbeit für ein Ziel“ konstatiert er rückblickend.

„Für mich ist Typografie schwarz-weiß, denn schwarz-weiß repräsentiert die Wahrheit“. Diese programmatische Ansage, die sich in den allermeisten seiner Arbeiten konsequent wiederfindet, verbindet ihn auch mit der japanischen Schriftkunst, mit der sich der seit 1977 in Osaka lebende Gestalter intensiv auseinandersetzte. Seine zahlreichen theoretischen Abhandlungen wurden in renommierten Magazinen wie „IDEA“ und „Grafisk Revy“ publiziert, seit 1967 verfasste Schmid regelmäßig auch Artikel für die schweizerischen „Typografischen Monatsblätter“. 2003 startete im Fachbereich Design der Fachhochschule Düsseldorf ein breit angelegtes Forschungsprojekt, das Schmids vollständiges Werk dokumentiert. Das daraus entstandene Buch „Gestaltung ist Haltung“ gilt heute als Standardwerk unter Grafikern und Typografen.

Die Einfachheit und der universelle Minimalismus seiner Arbeiten, verbunden mit der Präzision der Ulmer und Schweizer Grafik, zeichnen den poetischen Kommunikationsdesigner und Emil Ruder-Schüler aus. »Ruder wie Schmid suchen nach Klarheit und Echtheit und nicht krampfhaft nach einer Idee. Künstlerische Selbstbehauptung und modische Stile sind beiden fern, das Beharren auf typografischer Qualität und Präzision verbindet sie«, so die Autoren Victor Malsy und Philipp Teufel im Buch. 

Helmut Schmid (*1942), Lehre zum Schriftsetze in Weil am Rhein (D) und anschließendes Studium an der Allgemeinen Gewerbeschule (AGS) in Basel. Praxisjahre in Schweden, Kanada, Japan und Deutschland, wo er Informationsdrucksachen für die Kanzler Willy Brandt und Helmut Schmidt gestaltete. Seit 1977 lebt Schmid in Osaka, Japan und widmet sich der Entwicklung von CIs, Logotypen und der Büchergestaltung. Schmidt war langjähriger Lehrbeauftragter an der Kobe Design University und an der Hongik University. 

www.schmidtoday.com

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Gestaltung ist Haltung

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