Mich gibt es gar nicht

Michael Schirner (D)

Werbung ist Kunst — wenn es jemanden gibt, der diese Devise in Deutschland etabliert hat, dann Michael Schirner, Art Director, Kommunikationsdesigner und Künstler.

Zeit seines Lebens setzte er sich für die Überwindung von Grenzen zwischen angewandter und freier Kunst ein. Mit seiner Gleichsetzung von Werbung und Kunst und dem Prinzip der Reduktion von Bild und Text, der Sichtbarmachung des Unsichtbaren, der Arbeit an der Selbstabschaffung des Künstlers als Autor, Experte und Fachmann hat Michael Schirner Werbung und Kunst gleichermaßen revolutioniert und radikalisiert. Er wird deshalb »Werbepapst« und »Beuys der Reklame« genannt.  Er leitete die Werbeagentur GGK Düsseldorf und machte sich danach mit seiner Projektagentur selbständig. Mit Kampagnen für IBM, Pfanni, Creme 21, Jägermeister, Post, VW, Stern, taz, Die Grünen etc. schrieb er Werbegeschichte.  Der Vortrag in Innsbruck wird sich vor allem auch Schirners Kunstprojekten widmen: Kisuaheli neumix, Pictures, »BYE BYE«. Schirners künstlerische Arbeit kreist um jene Fragen, die für den heutigen Zugang zu Kunst zentral sind: Was bedeutet »Autorenschaft«? Wo liegt der Ort, an dem sich Kunst ereignet — im Künstler, im Werk, im Betrachter? Wie machen sich jene schwer fassbaren, losen Wahrnehmungsschwellen erkennbar, die Sichtbares von Unsichtbarem unterscheiden, Imaginiertes von Tatsachen? Was bedeutet heute ein Bild, was das Bild eines Bildes? In der im vergangenen Jahr 2010 in den Hamburger Deichtorhallen und anderen Orten gezeigten Schau »BYE BYE« gibt Schirner einen deutlichen Hinweis an den Betrachter: »Meine Kunst ist nicht mein Werk, Sie sind der Schöpfer Ihres Bildes in Ihrem Kopf. Mich gibt es gar nicht.«

Pictures in our Minds, eine Photoausstellung ohne Photos, Hamburg 1985, Michael Schirner
Pictures in our Minds, eine Photoausstellung ohne Photos, Hamburg 1985, Michael Schirner

Michael Schirner, geboren 1941, ist Künstler und Kommunikationsdesigner. Studium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bei Max Bense, Max Bill und Bazon Brock. Professor der Hochschule für Künste Bremen, der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, der Faculty of Design, Kyushu, University Fukuoka, Japan und der Central Academy of Fine Arts in Beijing, China. Lange Jahre Leitung der Werbeagentur GGK Düsseldorf, Kampagnen u.a. für IBM, Pfanni, Creme 21, Jägermeister, Post, VW, Stern, taz, Die Grünen. Er leitet das Institut für Kunst und Medien GmbH Düsseldorf, ist Ehrenmitglied des Art Directors Club und Mitglied der Hall of Fame der deutschen Werbung. Neben der Leitung seines Instituts widmet er sich der Arbeit als selbständiger Künstler, Kurator und Autor. Schirner lebt und arbeitet in Berlin und Peking.  Sein konzeptuelles Werk, das in führenden Museen und Galerien gezeigt wird, umfasst Malerei, Photographie, Medienkunst, Installation und Performance. 2010 präsentierten das Haus der Photographie in den Deichtorhallen Hamburg und die Galerie Crone in Berlin den Künstler mit seinen Arbeiten der Serie »BYE BYE«, der Weiterentwicklung seiner Serie »PICTURES IN OUR MINDS«, die er seit den 80er Jahren weiterverfolgt.

Publikationen

  • Michael Schirner, Werbung ist Kunst, Klinkhardt & Biermann 1998; ISBN 9783781402775

Weiterführende Links
Wikipedia-Eintrag zu Michael Schirner
www.michael-schirner-bye-bye.de

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