Die Gletscher in den Alpen schmelzen durch die Auswirkungen des Klimawandels in einem historisch beispiellosen Tempo. Das Zusammenspiel aus schneearmen Wintern und jährlich neuen Hitzerekorden im Sommer führt dazu, dass kleinere Gletscher unwiderruflich verschwinden und Großgletscher massiv an Substanz verlieren. Das hat zur Folge, dass bis 2050 mehr als die Hälfte der Alpengletscher komplett verschwunden sein werden und es größere, zusammenhängende Eislandschaften bis dahin nur noch in Schattenlagen in sehr hoch gelegenen Gebieten geben wird.
Im Rahmen der Tage der Klimakultur 2026 laden wir drei Klimakommunikations-Expert:innen aus Wissenschaft, Kunst und Design zu uns in den WEISRAUM, um uns einen Einblick in ihre wissenschaftliche bzw. künstlerische Auseinandersetzung mit den Themen Gletscherschwund und Klimawandel zu geben.
In der daran anschließenden Diskussion geht es u.a. um die Frage, wie wir das vorhandene Wissen zu den Zusammenhängen zwischen Klimawandel und Gletscherschwund so kommunizieren können, dass es für alle verständlich ist, in der breiten Masse ankommt und wir – endlich – damit aufhören, ständig nur Symptome zu bekämpfen und stattdessen ins Tun kommen.
Kurzpräsentationen und anschließende Diskussion mit:
- Nina Maria Allmoslechner – Filmemacherin, Fotografin und Autorin
- Wolfgang Gurgiser – Gebirgsforscher und Koordinator des Forschungsschwerpunktes "Alpiner Raum" der Universität Innsbruck sowie der „International Mountain Conference“
- Chris Matt – Öko-Sozial-Designer, Kreativdirektor und Kurator
In Kooperation mit Wissenschaft und Verantwortlichkeit (WuV) im Rahmen der Tage der Klimakultur 2026.




(c) Nina Maria Allmoslechner

(c) Alena Klingler / Ausstellung im Rahmen der International Mountain Conference / 2025
(c) Christoph Eberl / In Case of Emergency / 2023

(c) Chris Matt / Joekulrit / 2026

(c) Sympoietic Society / Wesen Exhibition / 2025

(c) Nina Maria Allmoslechner / Pius Martin / Christian Lamprecht
Nina Maria Allmoslechner ist eine in Tirol und London lebende Filmemacherin, Fotografin und Autorin aus Reith bei Kitzbühel. Sie schloss ihr Bachelorstudium der Dokumentarfotografie an der University of the Arts London ab. Ihre Arbeit umfasst 16-mm- und Super-8-Filme, alternative Dunkelkammertechniken sowie die Auseinandersetzung mit Familienarchiven. Thematisch beschäftigt sich Nina vor allem mit mentaler Gesundheit, Feminismusgeschichte, der Darstellung von Erinnerung durch fotografische Medien und der natürlichen Umwelt. Sie gehörte zu den ausgewählten Künstlerinnen des internationalen Ausstellungsprojekts „Look Into My Ice“ im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt Tartu 2024, das sich mit dem Schwinden des Polareises auseinandersetzte, sowie der Gruppenausstellung „OPEN ECO: How can photography make a difference to the climate crisis“ beim Brighton Photo Fringe Festival 2024. Nina hat am International Glacier Day 2026 ihr erstes Fotobuch über schmelzende Gletscher in der Photographers Gallery in London veröffentlicht. Ihr darauf basierender Kurzfilm „When White Blankets“ befindet sich derzeit in der Postproduktion.
Wolfgang Gurgiser ist Gebirgsforscher und Koordinator des Forschungsschwerpunktes "Alpiner Raum" der Universität Innsbruck sowie der „International Mountain Conference“, der weltweit größten Konferenz für Gebirgsthemen. Er absolvierte ein Diplomstudium in Meteorologie an der Universität Innsbruck und promovierte danach in Atmosphären- und Kryosphärenwissenschaften. Arbeitsschwerpunkte seiner Tätigkeit liegen in der Klimawandelkommunikation sowie in der Wissensvermittlung und Entwicklung von Lehrveranstaltungen zu Gebirgs- und Klimaforschung.
Chris Matt ist Öko-Sozial-Designer, Kreativdirektor und Kurator und arbeitet derzeit zwischen Wien und Reykjavik. Als Gründer von Studio Matt leitet er ein international ausgezeichnetes Studio für ökologisch und sozial verantwortungs-bewusstes Design. Als interdisziplinärer Vermittler verbindet er Expertise aus Design, bildender Kunst, Nachhaltigkeit und Posthumanismus. In seiner Tätigkeit als Designforscher und Gastdozent am Eco-Design Lab der FHV Vorarlberg untersucht er Natur-Mensch-Beziehungen durch Designmethoden und künstlerische Praxis. Er war Teil der Out of Sync Art Residency mit Fokus auf Glaziologie und ist aktuell Mitglied der Jökulrit Glacier Chronicles Expedition in Island. Gemeinsam mit dem Kunstkollektiv Sympoietic Society wurde Studio Matt für das Art & Science-Projekt ICE * In Case of Emergency mit dem Kreativpreis Vorarlberg ausgezeichnet sowie in Ausstellungen in Österreich, Italien, Finnland und Indien international präsentiert.